Defensive Skitour von der Lavarellahütte 2050m via Limojoch 2172m, Limosee zur Gran Fanes Alm. Weiter in Richtung Mont Ciastel / Monte Castello 2817m, einem markanten, kantigen Felsblock. Ob der Gipfel erreicht wurde – alle Infos mit Übernachtungstipps vor Ort. Der Aufstieg erfolgt vom Berggasthaus Pederü im Talschluss St. Vigil / Enneberg.
Das Altschneeproblem hat bereits Ende Januar zugeschlagen – dafür war das restliche Timing perfekt: nach dem Schneefall wartet ein sonniges Winterwunderland im Naturpark Fanes-Sennes-Prags mit bis zu 1m frischem Pulver am Berg. Für die Lawinensitation vor Ort war das allerdings wieder heikel. Diese einfache, defensive Tour im Fanesgebiet war eine fürs Herz. Und Zeit für Lawinenworkshops war auf unserer Base, der Lavarellahütte mit 100jähriger Geschichte, auch endlich mal ausgiebig. Bereits mein zweites Mal im Winter an diesem besonderen Ort, das letzte Mal allerdings im Bereich rund um die Senneshütte. Ein wunderschönes Wochenende – kemmt’s mit!
TOURDETAILS 30.-31. Januar 2026
Aufstieg: Albergo Alpino Pederü / Berggasthaus Pederü 1548m im Talschluss, St. Vigil (PP kostenpflichtig) – via Winterweg bis zur Lavarellahütte 2050m, unserer Base für das Wochenende (6,6 km & 570hm)
Start: Lavarellahütte 2050m – Faneshütte – Limojoch 2172m – Limosee – Gran Fanes Alm – Tadegapass – Valun Blanch Hochtal – Mont Ciastel / Monte Castello 2817m. Rückweg zur Lavarellahütte ca. wie Hinweg, je nach Bedingungen (Tipps mit Karte -> https://www.rifugiofanes.com/de/alpinski-fanes#tours-16
13.4 km & 890hm
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TOURENPLANUNG* mit Lawinenlagebericht (LLB) obligatorisch, genauso wie die Mitnahme der kompletten LVS-Ausrüstung inkl. Schaufel und Sonde! Ungesichertes, alpines Gelände.
EIGENVERANTWORTUNG, GEWISSENHAFTE TOURENPLANUNG & AUSRÜSTUNG sowie GUTE SELBSTEINSCHÄTZUNG tragen ZUR EIGENEN SICHERHEIT bei!
*PS: sollte für alle selbstverständlich sein, egal ob Schneeschuh- od Tourenskigeher.

Von der Pederü zur Lavarellahütte
Wie schön kann ein Aufstieg sein? Beim Aufstieg ins Reich der Fanes begleitet nicht nur eine gewaltige Dolomiten-Kulisse… auch gschnitzte Gsichta. Vom Berggasthaus Pederü (habe bereits am Vorabend dort eingecheckt, wie immer exzellent gegessen und übernachtet – wirklich sehr empfehlenswert – Essen, Zimmer, Team, Alles!) bzw. dem öffentlichen, kostenpflichtigen PP führt der (lawinensicherere) Aufstieg über den präparierten Winterweg. Auch ohne Ski zu Fuß möglich – Schneeschuhe braucht man nicht unbedingt. Achtung auf die Schneekatzen, die gerade am Wochenende Gäste zur Fanes & Lavarella Hütte shutteln. PS: fahren auch viele von oben mit dem Schlitten retour in den Talschluss. Es geht stetig ansteigend zur Lavarellahütte, aber nie zu steil – nur anfangs gibt’s ein paar Serpentinen mit einem Flachstück zwischendrin. Und hat man die Abzweigung zur Faneshütte erreicht, rückt auch die Lavarellahütte nach nur einer Kurve ins Blickfeld. Eine Schutzhütte mit 100jähriger Geschichte, die Sommer wie Winter geöffnet ist – an diesem Wochenende wird aufgesperrt, wir sind die ersten Gäste nach dem Feiertagen. Übrigens befindet sich dort die höchste Micro-Brauerei in den Dolomiten mit gewaltig guadn Blondn, Dunklen & IPA! Gibt verschiedene Zimmergrößen und auch Bettenlager – letzteres hätte ich gerne diesesmal auch gegen ein kleineres Zimmer mit nur einer Handvoll Mädels getauscht… an Schlaf war in der ersten Nacht nicht wirklich zu denken.










Zum zweiten Mal im Winter bin ich im NP Fanes Sennes Prags unterwegs – diesesmal im Fanes Gebiet. Und nachdem auch endlich dort Schnee liegt, war’s wirklich ein Traum-Wochenende. Oben bis zu 1m frischer Pulver – aber ein gewaltiges Altschneeproblem. Bei der Lawinengefahr wurde dementsprechend alles defensiv gewählt…

Tief ins Reich der Fanes
Von der Lavarellahütte nach einem super Frühstück direkt losstarten – besser geht’s nicht. Über die nahe Faneshütte bergauf zum Limojoch 2172m. Gewaltiges 360 Grad Dolomitenpanorama im Aufstieg, der Blick zur Lavarella beeindruckt. Oberhalb des aktuell mit Schnee bedeckten Limosee wird mit Blick auf den Col Bechei Dessora 2794m gequert in Richtung der Metrologischen Station, vorbei am Tiroler Standschützen-Gedenkkreuz. Nach kurzer Abfahrt (mit Fellen) gehts dann weiter mit Blick nach Cortina in Richtung Fanesalmen. Die Ütia de Gran Fanes (Schutzhütte Fanes Alm) 2102m liegt in aller Pracht vor mir – sie liegt auf der Alta Via I, dem Dolomitenhöhenweg (im Winter geschlossen). PS: im Sommer rundum Seen – muss i ma fast a moi anschaun. Links vor dem Cime Ciampestrin 2834m geht’s zum Tadegapass und weiter ins Hochtal Valun Blanch… Der Punkt, an dem die Entscheidung zum umdrehen gemeinsam fällt. Den für den Rückweg mit Gegenanstiegen braucht es auch noch Kraft, bevor am Limojoch endgültig abgefellt werden kann und der Rest zur Lavarellahütte nur mehr bergab führt.








Wennst am Rückweg auch noch immer nach hinten schaust, um jo nix von der gewaltig scheenen Landschaft zu verpassen… Ganz links steht der markante Felsklotz Monte Castello – unser eigentliches Ziel (letztes Bild oben). Manchmoi passts owa hoit nit fia alle in da Gruppe und dann wird gemeinsam umgedreht. Und keiner hatte ein Problem damit. Schätzen, was geht – nicht, was gehen könnte. Und des Pauserl vor der Abfahrt vom Limojoch mit Kasbrot und Ausblick – verdient.






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