Entlang der Kantabrischen Meeresküste mit einsamen Buchten und Sandstränden am Senda Norte oder rund um die Covadonga Gletscherseen im Picos de Europa Nationalpark – so vielfältig ist man in Asturien unterwegs. Die Touren könnten unterschiedlicher nicht sein – wunderschön sind sie beide. Von null auf 1200 – kemmt’s mit!

Ein weisser Fleck auf meiner Europakarte, eine wahnsinnig interessante Gegend und eine Netflix Serie führte zum Urlaub in Nordspanien Ende Mai – genauer gesagt im ehem. Königreich Asturien. Die Serie spielte eigentlich in England – die Recherche zu den Drehorten führte aber ganz wo anders hin. Zwischen Galizien & Kantabrien. Und genau diese wunderschöne Landschaft hat mich dann auch wie magisch angezogen. Bereut habe ich es nicht und eine echte Herzensempfehlung kann ich auch aussprechen. Die Landsleute sprechen zwar kaum Englisch, aber alle sind hilfsbereit, freundlich und bemüht – und stolz auf ihr Asturien. Die frische Küche aus dem Meer einmalig – und für unsere Verhältnisse günstig! Selten so eine saubere, spanische Gegend gesehen und direkt wo so wohlgefühlt. Aber zurück zu den beiden Touren…

Covadonga Seen Enol & Ercina, Picos de Europa Nationalpark

Schaut aus wia dahoam, wandert sich genauso gut – Dolinen im Karst & Kühe inklusive! Von null auf 1100m – die beiden Gletscherseen Enol & Ercina sind fast so beliebt wie der Gosausee. Allerdings gelten hier viel striktere Regeln weil Nationalpark, ua Drohnenflugverbot, Camping sowie Feuerverbot und sogar Klettern ist untersagt.

Der Enol-See auf gut 1000m ist der erste Gletschersee auf den man trifft, wenn man von Covadonga hoch kommt. Ich bin aber am Ercina-See meine Runde gestartet schmale Steigerl, scheene Wegerl – ois blüht, a See inmitten und Karstfelsen rundum. Fast wia dahoam. Schaut nicht unbedingt nach Nordspanien aus, da waren wir uns einig. Ois grün, so vü blüht und ois was ma heart, san Kuhglocken. Riesige Almwiesen... mit ganz vielen (sehr entspannten*) Kühen samt Kälbern. Wir müssen zu dem Felsen, wo des Wegerl wieder steinig wird. *leider sieht ma auch hier Leute, die sich fast auf die Kälber drauflegen und für Fotos posieren… da Wahnsinn! Das Wegerl schlängelt sich im Auf- und Ab zum hinteren Seeende, über eine Wiese bergab und über ein kurzes, felsiges Kraxelstück auf die andere Seeseite. Einmal rundum den Ercina – und dann geht’s über Stufen zu meiner Rechten bergauf zum Aussichtspunkt über beide Seen / Mirador de la Picota. Bin dann zum Enolsee abgestiegen und ggü bergauf zum Einkehrschwung… Apropos einkehren: es gibt an beiden Seen je eine kleine Almwirtschaften / Refugios (Bar Maria Rosa + El Casin, wo ich sitze) und eins (Casa de Pastores) zwischendrin, in dem man auch übernachten könnte.

Der Rundweg nur um den Ercinasee ist a kurzer Spazierer von gut 2,5km und kaum kaum nennenswerten HM. Ich war gesamt 4km mit 180hm unterwegs. Mehr Bilder + Video im Instagram Beitrag.

ACHTUNG: Seit 1.6 bis Oktober gilt wieder die Auffahrtssperre für Privat Pkws – nur zu Fuß (12km ab Schranken in Covadonga) oder per Shuttle erreichbar (Ticket 9 Euro), PP zb in Cangas des Onis 3.50 €/Tag. Wir waren am letztmöglichen Tag der Auffahrt noch dort (29.5) – und alleine die Passage durch den Nebelwald war gewaltig – oben dann fetzblau…

PS, Besuchsempfehlung am Weg: Stadtrunde in Cangas de Onis und natürlich Covadonga, erste Hauptstadt des alten Königreichs Asturien – sehr beeindruckend! Bei uns fast gespenstisch weil nur eine Handvoll Leute unterwegs und die Nebelstimmung so mystisch war… hier die Basilika aber auch die „Heilige Höhle“ mit den Felsstufen zur Kapelle in einer Grotte (fotografieren drinnen verboten) sehenswert.

SENDA NORTE – von Perlora nach Xivares & retour (11km & 270 hm)

1x alles & Meer, bitte! Wunderschöne Runde, die in einem ehem Feriendorf startet (jetzt dystopisch verfallen & zugewachsen) – führt an der Küste entlang, immer mit Blick auf den Golf von Biskaya. Über Wiesen und durch alte Eisenbahntunnels (in denen früher mit Carreno Bergwerksbahn das Eisenerz aus den Minen nach Candas in den Hafen gelangte) bis zu einem echten Traumstrand. So viele versteckte Buchten, eine schöner als die andere – nur manche sind beim Rückweg weg – Flut nicht einkalkuliert…

Mein absoluter Lieblingsabschnitt am Senda Norte ist deswegen auch das Titelbild des Beitrags – der Abstieg aus dem Hinterland durch satt blühende Wände in Serpentinen mit Aussicht zurück zum Küstenweg – man landet direkt oberhalb des El Tranqueru Strandes. Nur des Rauschen vom Meer und zwitschernde Vögel… aber von Anfang an.

Gestartet wird am großen PP der ehem. Ferienanlage in Perlora (gratis) – keine 100m später erreicht man schon den Strand von Huelgues (bissi weiter links), von dem wir direkt zum Hotel & Leuchtturm von Candás rüberwinken können. Am ersten Tag sind wir schon genau hier rüber spaziert… Am weiteren Weg erobert die Natur das ehem Feriendorf zurück. Die interessante Geschichte dahinter: in den 1950er Jahren auf Betreiben der Vertikalen Union Francos wurde die fast 36 Hektar große Anlage als Erholungsort für Arbeiterfamilien aus ganz Spanien eingeweiht. Mit Chalets, Geschäften, Sporteinrichtungen und Grünflächen + 174 Wohnungen unterschiedlicher Art, Kapelle, Bibliothek, Freilichttheater und Hotel. Mehr als fünf Jahrzehnte lang war der Ort ein lebendiger Badeort – jetzt verfällt er und ist trotzdem super beliebt weil viele zum Baden in die Buchten kommen oder zum Feiern in einem der Parks… Dann landet man schon bei zwei der schönsten Strände. Dahinter geht’s durch den ersten alten Bergwerkstunnel – der unterhalb der aktuellen Zugstrecke durch den Felsen führt…

Mein Favorit, die Madrebona, liegt direkt neben der Playa Carranques… bei Flut schrumpft sie auf einen Mini-Strand. Dann eini in den ersten alten Eisenbahntunnel und wenn uns der zweite Tunnel ausspuckt, zeigt sich das Kantabrische Meer wieder. Nach einem kurzen steilen Aufstieg rein in den Wald und ins Hinterland von Dormon. Mäßig ansteigend auffi Richtung Monte Morís (ohne Gipfel) und dann wieder bergab – kurzes Strassenstück, bevor der schöne Abschnitt hinunter zum Strand von El Tranqueru beginnt. Überall wächst auch wilde Kapuzinerkresse – Kostproben hervorragend! Zurück am Küstenweg führen oft ganz kleine, verwachsene Steige durchs Gebüsch, bevor sie auf schön angelegte Treppen treffen, die zu den Buchten führen… Wir verlassen den Küstenweg durch einen ebenso fast versteckten Weg durch eine Hecke, gehen vorbei an Traumhäusern zu dieser Wiese mit Blick auf Xivares – wo uns ein verwachsener (Schmuggler)weg die letzten Meter bergab zum Strand führt (und Endpunkt bzw Umkehrpunkt der Wanderung). Kantabrisches Meer, 14 Grad – zur Abkühlung und a bissi Wellen hupfen perfekt. Jausnpauserl, Asturien Style: Empanadas, a Dosal Oliven und a eiskoids Cerveza von da Beachbar… 

Mehr Bilder und Videos gibt’s auf Instagram – deswegen verlink ich gerne einfach den Feedpost

DER SENDA NORTE führt über mehrere geschichtsträchtige Route in Asturien, die IV verläuft fast immer mit Blick auf den Golf von Biskaya – und weil man direkt am El Tranqueru Strand vorbeikommt auch unter dem Namen Via Verde del Tranqueru bekannt. Einen weiteren Abschnitt des Senda Norte in Salinas haben wir uns übrigens auch tlws angeschaut…

Mein BEST OF Senda Norte gibt’s als Reel

Ganz wichtiger Tipp: auch am Meer nicht ohne Cap, weil man durch den Wind die Sonne weniger merkt – erst abends hatte die ultraleichte & kühlende Strato Panel Cap aus der neuen Function Focused Kollektion von Eisbär dabei – Test bestanden! Genauso wie der Bucket Hat – der selbst bei einer steifen Brise nicht vom Kopf fliegt (dank anpassbarer Größe). Beides UNISEX!