Endlich eine kurze Auszeit am Hochkönig gegönnt und mitten im Herbsttraum gelandet. Deswegen zeig ich euch nicht nur eine, sondern alle drei schönen Genuss-Wanderungen mit Start beim Arthurhaus auf 1500m. Wobei eine eher als kleine feine Spazierrunde zählt… kemmt’s mit!

Lange Jahre steht dieses besondere Platzal schon auf meiner Liste und endlich hat alles geklappt. Ein Zimmer im Berghotel Arthurhaus auf 1500m gebucht (selbstbezahlt – keine gesponserte Werbung), ein Hauch Dolomiten-Gefühl inklusive dank der markanten Mandlwand. Herbstliche Traumtagerl erwischt (bis auf eine Wolkensabotage), auf Almen geschlemmt, Mini-Schweindis gestreichelt und ganz viel Offline Zeit gegönnt. 3 Tage und Touren fürs Herz – ohne viele Höhenmeter oder Kilometer. Bewusst geniessen, Natur erleben, Ruhe inhalieren, stehn und schaun. So schön’s wars!

Hochkeil 1783m Überschreitung via Vorderkeil & Troiboden (8,8km & 360hm)

Vorneweg – auf diese Tour hab ich mich wirklich gefreut, auch wegen dem Spiegelsee mit seiner Mandlwand Spiegelung (online gibt’s so viele Bilder davon). Gab’s aber leider keine, genau am ersten vormittag versteckte sich alles hinter dicken Wolken. Jo mei – dafür war der Rest absolut gewaltig weil die Wanderung uns durchs rote Schwarzbeersträuchermeer führte. Aber von Anfang. Gestartet direkt nach dem hervorragenden, regionalen Frühstück im Schweizerhaus (Sennerei neben dem Arthurhaus), erst a kurzes Stückl durch den Wald, dann auf einer Schotterstrasse – vorbei an einer alten, schönen Hütte. In Serpentinen schlängelt sich die Schotterstrasse nach oben (auch eine MTB Strecke / Hochkeilrunde). Bei der Abzweigung folgt der Abstecher zum Spiegelsee, das war – nujo – ernüchternd. Erstens: eher Lacke als See (aber des is ja öfter so). Zweitens, keine Spiegelung – dicke Wolken pickn an der Mandlwand. Nach einem Naturkino und Jausenplatzal dann am Gipfel des Hochkeils angekommen – do ham ma glaubt, es kann nit scheener werden… doch beim Abstieg hat dann a echte Farbexplosion gewartet. Über einen schmalen Steig geht’s zum Vorderkeil und von dort retour am Troiboden vorbei... quasi eine Überschreitung, bevor eine Forststrasse & der Murmeltierweg zurück zum Ausgangspunkt führt.

Mitterfeldalm 1690m – Stegalm 1420m Runde (5,4 km & 280hm, Abstieg schwarz markiert)

Stetig steil führt der Weg nach oben, erst auf einer Schotterstrasse und danach über ein schmales Steigal etwas oberhalb. Bis zur Mitterfeldalm geht man auch, wenn man zum Hochkönig bzw aufs Matrashaus möchte. Das hat aber für dieses Jahr sowieso schon geschlossen. Genuss statt hochalpin, deswegen dauert’s bis zum Einkehrschwung auf dieser Runde keine Stunde. Geschwitzt wurde in der Sonne trotzdem. Für den Abstieg hab ich dann den schmalen Steig zur Stegalm (unbewirtschaftet) genommen – zT steil aber führt wunderschön durch den Wald. Der einzige Abschnitt, der absolut nicht knieschonend ist. An der kleinen Almhütte hält man sich dann rechts, im Auf- & Ab durch den Wald und über einen zauberhaften Almboden – Pferde inklusive. Nahe der alten Sprungschanze gelangt man wieder auf den Murmeltierweg zurück zum Arthurhaus.

Spaziergang zur Windraucheggalm 1460m (3,6km & 100hm)

Nicht nur für die hervorragende Kasjausn hat sich der Spazierer mehr als gelohnt, auch für das Mandlwand-Panorama unterwegs. Vom Arthurhaus folgt man erst dem Wanderweg ein kurzes Stück bergab bis zu einem Bauernhof, wo der Wegweiser bereits die Windraucheggalm anzeigt. Dann folgt man dem Schotterweg leicht ansteigend einfach bis zur Alm. Nach dem einkehren und einem Bauernkrapfn (hat an schönen Wochenenden noch wsl bis zum Nationalfeiertag geöffnet) wartet der schönere Teil der Strecke. Zurück durchs Almgebiet, die Mandlwand (fast) immer im Blick. Tipp: falls die Schweizerhütte (Sennerei) beim Arthurhaus noch offen hat – unbedingt den Käse probieren!

Auch hier gilt – egal wie klein oder lang die Wanderung ausfällt – EIGENVERANTWORTUNG, GEWISSENHAFTE TOURENPLANUNG & AUSRÜSTUNG sowie GUTE SELBSTEINSCHÄTZUNG tragen ZUR EIGENEN SICHERHEIT bei!

PS: der kostenpflichtige (Wander)-Parkplatz beim Arthurhaus hat immer offen – es gibt dort auch Stellplätze. Und wer nach seiner Wanderung einkehrt, bekommt die Gebühr retour (vorausgesetzt, das Arthurhaus ist noch geöffnet). Weitere (kostenpflichtige) Parkmöglichkeiten gibr’s etwas weiter unten.