Die Vorfreude auf den goldenen Oktober im Ausseerland wächst – brennende Lärchen, bunte Blätter und gewaltige Ausblicke ins Tote Gebirge, auf den Grimming und immer wieder zum Dachstein. Zwei Gipfel und ganz viel Panorama warten auf dieser mittelschweren Runde mit Start in Strassen (12.8km & 889hm)

Vorneweg – diese Bilder sind (sichtlich) nicht aktuell, diese schöne Tour ist aus meinem Archiv. Weil die Erinnerungen an diese Herbstwanderung auf den Ausseer „Erzberg“ und den Bad Mitterndorfer Hausberg aber noch immer so präsent ist, spendier ich sie jetzt auch hier am Blog im Detail. Beschrieben ist die Tour ja sowieso schon lange, die Fotos sind auf FB + Instagram und Wander-Inspiration für den Herbst kann man ja immer brauchen, oder? Hab damals so viele Touren gemacht, dass kaum Zeit für den Blog war. Vielleicht geh ich diese Tour aber selber auch nochmal weil schee…

TOURDETAILS 20.10.2021

Start: Strassen 853m (kleiner Wander-PP) via Koids Bründl 1420m – Röthelstoa* / Rötelstein 1614m – Langmoos(alm) – Jesunamen 1620m / Feuerkogl 1632m – Kampl 1685m – Seidenhofalm 1565m – Talalm 1460m – Strassen

12.8km & 889hm 

PS: in manchen Karten befindet sich die Schreibweise ohne H, lt Einheimischen ist aber die mit H treffender bzgl gebräuchlicher. Eh wurscht, weil schee is do obn am Gipfel sowieso

EIGENVERANTWORTUNG, GEWISSENHAFTE TOURENPLANUNG & AUSRÜSTUNG sowie GUTE SELBSTEINSCHÄTZUNG tragen ZUR EIGENEN SICHERHEIT bei! 

Aufstieg zum Röthelstoa 1614m mit Doppelüberraschung

Die ersten 100hm im Aufstieg von Strassen aus erfolgen über eine Forststrasse, danach führt ein schmaler Steig im Wald bergauf, kreuzt einmal einen Karrenweg (Stoamandl) und führt wieder in den Wald. Im Sommer fix a feine Gschicht weil schattig!
Nach den Spinnweben im Gesicht ist am schwarz markierten Weg 253 scheinbar länger keiner mehr auffi. Auf ca. 1150m kommt man an ein Bankerl mit diesen beiden Wegweisern. Fia mi gehts links auffi… Ab hier beginnt im Sommer das Almgebiet (Mutterkuh-Haltung) – jetzt sind die Zäune tlws scho abgebaut. Auf diesem Wegweiser sieht man auch die Schreibweise mit H. Ganz bunt ist’s rundum, Windböen bringen Bewegung ins Bild. „A Pauserl in Ehren“ ist beim „Koidn Bründl“ (Kaltes Bründl) auf 1420m verdient. Es heisst nicht umsonst so – Tankstopp eingelegt! Und nicht nur des, ein gewaltiger erster Blick auf den Dachstein wartet hier auf dieser wunderschönen, wilden Almfläche. Beim ersten Blick auf die Langmoosalm führt der Weg zum Röthelstein nach links (Wegweiser inkl). Erst im Wald und dann über eine kleine Felsstufe gehts bergauf. Kurz vor Gipfel Nr 1 Latschentango und dann öffnet sich der Blick auf den Hohen Radling 1398m, den Ausseer Zinken 1854m, dahinter das Dachstein-Plateau und rechts auf den Sarstein 1975m. Panorama vom feinsten!

Ein kleiner Steig führt zu einem zweiten Gipfel – dort wartet ein Peilstab (erst auf den zweiten Blick erkannt). Macht mich neugierig. In der Metallbox, Gipfelbuch Nr. 2 von 1997 – mit Erklärung: der Gipfelanzeiger führt 39+ umliegenden (Bekannte und weniger Bekannte) inkl Höhenangabe mittels Nummernlegende auf. So a fesche Sach, donkschee unbekannterweise an Gerhard Jürall für die gewaltige Oarbeit! Danach wird wieder Latschentango getanzt, bevor der Weg wieder den Zustiegsweg kreuzt – über diesen retour zur Langmoosalm.

Über Almen und das Feuerkogel Plateau zum Kampl 1685m

Oberhalb der Langmoosalm geht’s weiter – der Dachstein immer im Hintergrund. Zum Jesunamen 1620m gehts tlws unmarkiert über Wiesen bzw Almfläche – das zugehörige Marterl ist schon für den Winter verpackt. Hinter mir befindet sich das Feuerkogel-Plateau 1632 (unmarkiert). Zum Kampl drehe ich mich nur ein wenig nach links und folge dem Pfad… erst später rechts auf einem Baum markiert. Die Aussicht vom Gipfel hoch über Bad Mitterndorf? Auf den markante Lawinenstein 1965m / Tauplitz, dahinter das Gr. Tragl, rechts der Blick bis ins XEIS (Gesäuse) und natürlich auch auf den Grimming 2351m und bis zu den Schladminger Tauern.

Retour über Seidenhofalm und Talalm auf alten Wegen

Vom Kampl dann direttissima zur Seidenhofalm… ist auf einem Marterl eh angeschrieben aber nur deswegen erkennt man des Steigl noch. Beim ersten Blick im Oktober 2021 auf die Alm hat mich fast der Schlag getroffen – alle Bäume umgschnitten – Windwurf/Käferbedingt oder ein anderer Grund? Nach der Seidenhofalm folgt man ein kurzes Stück der Forstrasse. Bei Kehre zwei zufällig auf einen kleinen, unmarkierten Steig durch den Wald gestossen, der bringt einen direkt zur Talalm… und von dort is es erst richtig interessant geworden. Suchen und finden, Teil 3 – imma liaba a oida Jagasteig als auf der Strasse hatschn! Hat a bissl gedauert, dafür zusätzlich a schönes Ausblicksbankerl hinter den Almhütten entdeckt.

Beim suchen entdeckt: nicht nur den alten, nicht mehr markierten Steig von der Talalm, der steil aber dafür relativ direkt durch den Wald nach unten führt – sondern auch noch blühende Schuastanagerln (Enzian-Art). Und a Jagabrot (Distel)! Er endet wieder auf der Forststrasse und ein zweiter Steig bringt einen retour zum Bankerl mit den Wegweisern vom Anfang. Dort gibt es übrigens noch einen alten Steig zu entdecken… danach beim nächsten Wegweiser nicht ri Kainisch sondern ri Bad Aussee halten (Aufstiegsweg retour nehmen). Fährt man übrigens durch Strassen nach Bad Aussee, sollte man einmal zurück schauen – jetzt wird klar, warum der Röthelstein auch Ausseer Erzberg genannt wird…

Bilder zur Tour ->

Auf Instagram gibt’s im Beitrag von damals auch noch ein paar Videos…