Vom urbanen Cityflair ins alpine Gelände – der neue „Innsbruck Trek“ startet direkt in der Hauptstadt der Alpen und führt auch wieder dorthin zurück. 7 Tage, 6 Etappen in abwechslungsreiche Landschaften – immer mit zwei verschiedenen Routen, wählbar je nach Kondition. Ein Weitwanderweg, so vielfältig wie die Stadt am Inn selbst. Sneak Peak der Tour in 3,5 Etappen! 

FACTS zum Innsbruck TREK:

Der neue Weitwanderweg führt durch die schönsten Ecken der Region Innsbruck: Nordkette / Karwendel, Mieminger Plateau / Mieminger Kette, Kühtai / Stubaier Alpen, Sellraintal, Axamer Lizum / Kalkkögel, Patscherkofel. 

Täglich steht eine leichtere kürzere und eine schwerere, längere Tour zur Auswahl – super flexible Entscheidung möglich! Die leichteren Touren verlaufen meist auf guten Wegen, für die schwierigeren ist Schwindelfreiheit und Trittsicherheit erforderlich!

Buchbar ist der IBK Trek über ASI Reisen (als Kleingruppe mit geprüftem Guide oder Selfguided mit Routeninfos & GPS Daten). Für die individuelle, unbegleitete Reise sollte Erfahrung im Umgang mit Karten und Routenbeschreibungen sowie ein guter Orientierungssinn vorhanden sein.

Übernachtet wird in 3 oder 4-Sterne Hotels / Pensionen; Gepäcktransport inklusive

Innsbruck. Kaum eine Stadt kann sich den Begriff alpin-urban so auf die Fahnen schreiben wie sie. Die Bezeichnung Hauptstadt der Alpen – auch nicht übertrieben. Das Karwendel mit der gewaltigen Nordkette auf der einen, der Patscherkofel auf der anderen Seite – Bergmassive soweit das Auge reicht. Wie gemacht für einen eigenen Weitwanderweg! Klar, das dieser beim berühmten Goldenen Dachl in der Altstadt startet. Auf Einladung von Innsbruck Tourismus & ASI Reisen durfte ich im August schonmal 3,5 der 6 Etappen selbst erwandern. Achtung: ehrliches Feedback inklusive.

Von der pulsierenden Altstadt und dem Goldenen Dachl auf die Nordkette – rein in die Ruhe des Karwendel

Eine moderne Alm auf 1123m, die trotzdem vor Charme nur so tropft… obwohl man hier kleine Fenster mit Blumenkästen und altes, dunkles Holz vergebens sucht. Ein Ausblick auf Innsbruck, den Patscherkofel und die gegenüber thronende Serles, der nicht nur bei Gewitter überzeugt. Am ersten Abend geht es für mich zum Abendessen vom Hotel The Penz easy zu Fuß vorbei am Goldenen Dachl mit seinen 2657 feuervergoldeten Kupferschindeln zur Nordkettenbahn. Auffahrt zur Station Hungerburg auf 868m (im Tunnel mit neuer fancy Disco-Beleuchtung) und von dort über die Forststrasse unschwierig wenn auch z.T steil bergauf zur Umbrüggler Alm, die vor gut 1,5 Jahren neu eröffnet wurde. Quasi eine abgespeckte Variante der ersten Etappe – aber ich will ja auch die Möglichkeit haben, vorab mehr zum neuen Trek zu erfahren. Das obligatorische Get Together mit dem TVB Innsbruck, Ambros Gasser (Geschäftsführer von Asi-Reisen), unserem Bergführer Wolfgang und dem Rest der neugierigen Presse-Truppe.

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Blick von der Umbrüggler Alm auf Innsbruck, den Patscherkofel (li) und die Serles (re)

Wie extrem fein die gängigen Tiroler Schmankerl (Knödel-Tris, Kaiserschmarrn & Co.) hier serviert werden, zeigt übrigens die große Anzahl Einheimischer, die an einem Mittwoch Abend per Bike oder zu Fuß zum Essen auf die „Design-Alm“ kommen. Trotz Gewitter und kurzzeitigem Regenschauer. A bissal futuristisch schaut sie ja ehrlich gesagt schon aus, die Umbrüggler Alm. Terrasse, große Glasfront – aber das viele helle Holz und der offene Kamin sorgen drinnen für mindestens eine halbe Portion Gemütlichkeit. Wer rustikales Almambiente bevorzugt, ist hier falsch… was aber 100% stimmt, ist die ehrliche und freundliche Bewirtung – egal wie voll es ist. Das überzeugt und zählt für mich! 

PS: die informative Ausstellung des Naturparks Karwendel im Hinterzimmer ist wirklich einen Besuch wert! Übernachtet werden kann leider nicht…

Am Mieminger Plateau – Nebelschwaden statt Panorama mit Sonnenstrahlen

An Tag 2 (zeitgleich Etappe 2) des Innsbruck Treks wird das Mieminger (Sonnen) Plateau & die Lärchenwiesen erkundet. Bei Regen. Der Nebel zaubert einen ganz besonderen Flair und a bissal Wasser von oben hat mir noch nie was ausgemacht.

Für mich ehrlich gesagt eher ein schöner Spazierergang- vom Hotel Bergland in Obsteig (liegt leider direkt am rund um die Uhr stark frequentierten Fernpass) geht es über Arzkasten und den Bachweg auf das Lehnberghaus (1554m) in der Mieminger Kette. Der Bachweg geht übrigens von einer Forststrasse erst im letzten Viertel in einen schmalen, dafür aber sehr schönen Pfad über. Das letzte Stück durch den Wald zur Hütte macht das Forststrassen gehen fast vergessen. Für das Panorama war das Wetter allerdings leider nix – deswegen wurde der Aufstieg zur Wankspitze (2209m, schwierige Variante) über den Aussichtspunkte „Lacke“ gestrichen. Gesehen hat man nicht: Karwendel, Stubaier, Lechtaler & Ötztaler Alpen. Dafür aber das schönste Schaf Tirols. Auch eine Art Entschädigung. Statt Gipfel also direkte Einkehr. Zur heissen Kaspressknödel-Suppe würde ich der Bedienung im Lehnberghaus als Zusatz eine große Portion Freundlichkeit empfehlen… die hat nämlich genauso gefehlt wie das Salz in der Suppe zuviel war. Und das, obwohl wir die einzigen Gäste waren. Abstieg über die Forststrasse zurück zum Arzkasten. (ca. 600hm Auf & Abstieg bis zum Lehnberghaus, 10.5km)

Kühtai – wilde Pferde und schroffe Felsen

Sonne satt, aber wie lange… Weil man am Berg immer a bissal flexibel sein muss, drehen wir kurzerhand in Absprache mit unserer Bergführer-Legende Wolfgang (seit über 50 Jahren weltweit für ASI im Einsatz!) die heutige Tour wegen des Gewitter-Risikos um. Vom Kühtai (Mareil) gehts durch Kühe (was sonst) und über den Kaiser-Franz-Josef-Weg zum Faltegartenkögele (2184m – auch als Faltegartenköpfle bekannt). Gewaltiges Panorama inklusive… nicht nur ins Kühtai, sondern auch auf die Ötztaler, Lechtaler und das Karwendel. Sogar die furchtbar zugebaute Zugspitze kann man in der Ferne blitzen sehen. Beim Abstieg über die Feldringböden wird ein Stopp nötig – hier geniessen Pferde ihren Alm-Urlaub und freuen sich über Streicheleinheiten. Auf der gemütlichen und super freundlichen Feldringalm (1888m) wartet frisches Schwammerl-Gulasch und angesetzter Lärchenschnaps. Die Sonne brennt, meine Sohlen noch lange nicht… Abstieg zum Sattele (1690m) über die Forststrasse, dort wartet unser Shuttle. (normale Variante der 3 Etappe: 650hm / Abstieg: 350hm, 10,5 km)

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Blick zum Faltegartenköpfl (2184m), dahinter die Lechtaler Alpen

Die schwierige Variante an diesem Tag wäre die Überschreitung des Pirchkogel (2828m); Startpunkt Sattele (1.690 m), zur Feldringalm (1.888 m), über die Feldringböden zum Gipfel des Pirchkogels (2.828 m) & von dort Abstieg nach Kühtai (2020m). (1150hm / Abstieg: 800hm, ca. 11 km) 

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Blick zum Pirchkogel 2828m

Zurück am Patscherkofel – unterwegs am Zirbenweg 

Zurück in der City. Genauer gesagt etwas oberhalb in Igls. Unsere letzte Etappe (Tag 6 der offiziellen Tour) führt nach einem ausgiebigen Frühstück im Sporthotel Igls zur neu erbauten Patscherkofelbahn. Von der Bergstation aus gehts über den beliebten Zirbenweg zum Patscherkofel Gipfelkreuz (2248m). Normalerweise ist dieser sehr begehrt (um nicht überlaufen zu sagen). Heute, mit kühlen Temperaturen und tief hängendem Nebel, gehört er fast alleine uns. Beim Aufstieg nehmen wir noch das Lanser Kreuz mit, bevor es Richtung Sender, Wetterwarte und altem Gipfelkreuz geht. Der Ausblick? Innsbruck zu Füßen, dahinter die Nordkette & das Karwendel. Die Tuxer & Zillertaler Alpen, später noch das Wipptal und die Stubaier Alpen. Im Gipfelstüberl gibt es übrigens alle möglichen und unmöglichen Zirben-Varianten zu kaufen. Vom Schnapserl bis zum Salz!

Tipp: über den feinen Jochleiten-Steig zur Hochmahdalm – traditionelles Saures Tris mit Graukäse probieren! Und ohne frischen, ofenwarmen Blechkuchen sollte man auch nicht von der Sonnenterrasse (mit Blick ins Stubaital) heim bzw zurück zur Bergstation gehen… (300hm Auf- & Abstieg, 6,5 km)

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Blick ins Stubaital

Wer genügend Kondition nach der Woche am Innsbruck Trek hat wählt die Gipfelüberschreitung des Patscherkofels zum Berggasthaus Boscheben (2.035 m), von dort Aufstieg zur Viggarspitze (2.306 m) und dann über den Zirbenweg zurück zur Seilbahn. (600hm Auf & Abstieg, 9 km)

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Mei Innsbrooklyn, du bist scho bei jedem Wetter schee!

Bergseensucht FAZIT zum INNSBRUCK TREK:

Der Innsbruck Trek eignet sich wirklich gut, um die vielfältige Region rund um die Tiroler Landeshauptstadt kennen zu lernen. Leichte bis mittelschwere Touren lassen viel Zeit zum Geniessen – darüber freuen sich vor allem Wanderer, bei denen nicht der sportliche Aspekt sondern eher die Erholung und das Naturerlebnis im Vordergrund steht.

Es ist kein klassischer Weitwanderweg, bei dem komplett von Hütte zu Hütte gegangen wird – die Startpunkte oder Endpunkte der einzelnen Etappen erreicht man mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder bei der geführten Tour per Shuttle. Je nach Komfortwunsch können 3 & 4* Unterkünfte gebucht werden – jedoch keine Hüttenübernachtungen.

Angenehm: durch den Gepäcktransport muss nur das normale Tagesgepäck im Rucksack mitgetragen werden. Allerdings sollte man (wie immer am Berg) für schnelle Wetterumschwünge gerüstet sein.

PS: eine alpine Variante mit durchgehend fordernden, schweren Etappen würde mir persönlich mehr zusagen – aber: bei einer ganzen Woche ist es gar nicht so schlecht, bei Bedarf auch mal auf leichtere, knieschonende Etappen zurück greifen zu können… (Liebe Grüße vom Kreuzi)

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Etappen des Innsbruck Trek & Fahrtstrecken dazwischen

Danke für die Möglichkeit, einige Etappen selbst zu erwandern und mir ein Bild zu machen. Trotz Einladung gebe ich immer meine ehrliche Meinung zur Tour wieder.

Der neue Weitwanderweg ist dieses Jahr noch von 24.8-13.9 buchbar, die exakten Etappen zum INNSBRUCK TREK & alle Details —> http://www.asi-reisen.de/specials/innsbruck-trek.html Wer sich noch ein Sightseeing-Programm davor oder danach zusammenstellen möchte, wird HIER sicher fündig…

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Hintergrund: der neue Weitwanderweg Innsbruck Trek ist ein gemeinsames Projekt von Innsbruck Tourismus und ASI Reisen, der Alpinschule Innsbruck. ASI-Geschäftsführer Ambros Gasser hatte die Idee zur Tour: „Die abwechslungsreiche Landschaft macht den Innsbruck Trek besonders reizvoll, so nah wie hier kommen sich Stadt und Hochgebirge wohl nirgendwo sonst“