Der Ostgrat hat 1400m Länge (!!) und 250hm (Kat. A/B, 1x B/C)) – er ist für Anfänger und erfahrene Kinder geeignet. Schwindelfrei, Trittsicherheit vorausgesetzt – ausgesetzt, viele Gehpassagen (auch ungesicherte) zwischendrin. Eine Traverse des gesamten Karhorns über den Westgrat (Kat. C) ist möglich.

Manchmal kommt es anders, als man plant. In diesem Fall wars am Gipfel so neblig, dass statt der Traverse über den Westgrat (via Panoramaklettersteig Kat. C) der Plan B (direkter Abstieg) für mich sicherer war. Jo mei, der Berg bestimmt halt immer (vor allem, wenn i die Wettersituation vor Ort nicht genau einschätzen kann). Am Gipfel des Karhorns wartet ein gewaltiges Panorama ins Lechtal, über Warth bis Lech – Richtung Bregenzerwald war leider nur eine Nebelwand…

TOURDETAILS  11. Juli 2021

Startpunkt: Der Zustieg erfolgt via Steffisalp Bergstation 1884m, Berg- & Tal-Fahrt ist in der Warth-Karte inkludiert. Bis zum Einstieg am Wartherhorn Sattel sind es ca. 300hm, der Weg führt direkt nach der Station nach oben.

Betriebszeiten Steffisalp-Express: täglich vom 25.Juni bis 10. Oktober, 09:00 bis 12:30 Uhr und 13:30 bis 17:00 Uhr. Wer nicht in der Gegend übernachtet, zahlt 13 Euro für die Berg- oder Talfahrt, beides für 17,50 Euro.

Details gibts direkt auf der Seite des TVB WARTH-SCHRÖCKEN, Topo zb bei bergsteigen.com

Ostgrat Klettersteig 4,6km – nimmt man den Westgrat Klettersteig auch noch dazu: 5,1 km

Begehung des Klettersteigs nur mit vollständiger Klettersteig-Ausrüstung (Gurt, Set, Helm, passendes Schuhwerk, Rastschlinge optional – Bergausrüstung bzw Rucksack mit Getränk, Telefon, Erste Hilfe Set sowie Handschuhe, Sonnenbrille & Schutz sollten auch dabei sein!)

Schwindelfreiheit- & Trittsicherheit erforderlich!

EIGENVERANTWORTUNG, GEWISSENHAFTE TOURENPLANUNG (Stichwort Gewitterrisiko am Berg / im Klettersteig) & AUSRÜSTUNG sowie GUTE SELBSTEINSCHÄTZUNG tragen ZUR EIGENEN SICHERHEIT bei! 

PS: für Fotos sichere ich mein Telefon mit Reeloq (auch für GoPro geeignet). Mit dem Code „bergseensucht“ darf ich als Ambassador 10% auf den Kaufpreis spendieren, Infos HIER! 

Anfängergeeignet: Aufstiegspassage am Ostgrat

Auf den Gipfel via Ostgrat Klettersteig

Der Ostgrat des Klettersteigs führt ab dem Einstieg am Wartherhornsattel fast durchgehend im Schwierigkeitsgrad A/B bergauf, es gibt dabei auch einige ausgesetzte, ungesicherte Stellen mit Gehgelände. Die Länge von 1400m fordert eine gewissen Grund-Ausdauer. Das Einstiegswandl (B) ist ein guter Messpunkt der Fähigkeiten – für Klettersteig-Anfänger und jene mit leichten Klettersteig-Erfahrungen ist er durchaus geeignet. Mehrmals wird in Scharten abgestiegen (A) und auch das Seil muss immer wieder mal überstiegen werden. An einigen Passagen hängt es sehr locker! Nach einer kurzen Plattenquerung (A/B) wartet links vom Grat ein steiler Aufschwung (B/C). Danach meist am Grat oder Nahe (A/B) aufwärts, dass letzte Stück ist wieder Gehgelände, dass in einer kurzen Rinne endet (A/B). Nur mehr knapp 30 Höhenmeter zum Gipfel, hier mündet auch der Normalweg von links (siehe Abstieg). 

Abstieg via Normalweg vom Karhorn 2416m

Der Abstieg vom Karhorn Gipfel via Normalweg ist steil, geröllig, ausgesetzt und fast komplett versichert! Da muss genug Konzentration & Kraft übrig sein! Er führt zum Wanderweg, der sich retour zum Wartherhornsattel zieht. Wer zusätzlich noch ein Gipfelkreuz mitnehmen mag, steigt direkt noch zum Warther Horn 2256m auf – sehr lohnend! Da ich am Vortag schon oben war, geht’s direkt retour zur Bergstation und knieschonend mit dem Steffisalp-Express die letzten 300hm zurück ins Tal. Mehr zur Tour im Beitrag Wandern in Warth-Schröcken.

Westgrat Panorama Klettersteig

Ab dem Karhorn Gipfel warten seit 2009 eine Verlängerung des Ostgrat Klettersteigs um 600 Meter. Die ersten paar hundert Meter im Schwierigkeitsgrad B/C – teilweise ausgesetzt und sehr luftig, Gratkraxlerei vom feinsten. 2 Mini-Seilbrücken und zwei C-Stellen warten zusätzlich laut Topo. Der Ausstieg erfolgt über eine lange Felsplatte mit Seilsicherung. Ab hier führt ein Weg erst nach unten über den Südhang des Karhorns und wieder zurück Richtung Wartherhornsattel. Nachdem es dieses Mal nicht geklappt hat, wird der Westgrat eben für den nächsten Besuch auf die Liste gesetzt… zur meiner Entscheidungen am Berg: Guad owi kemma is immer mehr wert – und a zusätzlicher Grund, zurück zu kommen. Der Berg bestimmt eben immer. Wie sehts ihr das?